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Kraftvoll und bunt: Reformationstag mit "Healing of Memories"

vlnr: Detlef Kowalski, Werner Zupp, Karen Wilson, Thomas Darscheid

Gut 500 Menschen waren dabei, als zu Beginn des Reformationsfests Geistliche aus drei konfessionellen Richtungen gemeinsam eine Schuld- und Vergebungsliturgie vollzogen: Pfarrer Thomas Darscheid von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Neuwied, Pfarrerin Karen Wilson von der Herrnhuther Brüdergemeine und Pfarrer Werner Zupp von der evangelischen Marktkirche.

Wie nach Apartheid: Schuld zugeben und den Anderen anerkennen

Orientiert an der Friedensarbeit nach der südafrikanischen Apartheid sowie an einem Vorbild-Gottesdienst mit den Spitzen der evangelischen und katholischen Kirchen im März 2017 bekannten sie: Christen und Christinnen haben gegeneinander Krieg geführt, sich verletzt, Familien und Städte zerrissen. Statt aufs Evangelium haben sie sich hochmütig auf vermeintliche Fehler des Anderen konzentriert und aus dem Mahl der Einheit ein Abendmahl der Trennung gemacht. Die drei stellten nun explizit Christus in die Mitte eines gemeinsamen Glaubens – im Vertrauen, dass er das Zerrissene versöhnen und heilen kann.

Gottes Enttäuschung verstehen – sich mit Christus versöhnen

In ihrer Predigt fand die Niederbieberer Pfarrerin Marion Obitz starke und klare Worte für das „siebzigmal Siebenmal“ an Vergebung für Bruder und Schwester, das Jesus seinen Jüngern aufgibt: Christsein bedeute, „Gottes Enttäuschung“ über das Verhalten der Menschen untereinander wirklich nachzufühlen. Auch wenn es immer wieder schwer fällt, gelte es zu erkennen und umzusetzen: „Eine Wahrheit hört in dem Moment, wo sie mit Gewalt durchgesetzt wird, auf, eine Wahrheit zu sein.“

Nach dem Schuldbekenntnis kam der gemeinsame Dank – an Gott dafür, dass es den Anderen gibt: für Diakonie und Caritas, die Impulse der Reformation und die Demokratie der Synoden, die katholische „Liebe zur Liturgie“, „so beeindruckende Predigten wie die eben gehörte“, für die Einladung zum gemeinsamen Reformationsfest. Pfarrer Detlef Kowalski, der den Gottesdienst leitete, ermunterte alle zu einem Glaubensbekenntnis, das die Arbeitsgemeinschaft Christliche Kirchen Südwest im Frühjahr verabschiedet hat: „Jesus Christus geht uns voraus. Er ist größer als alle unsere Unterschiede. Er führt uns ans Ziel“, heißt es darin.


Vergnügt und unverblümt: Reformationsfest mit Abend der Fülle

„Vergnügt, erlöst, befreit“ sind wir im Wissen darum, dass Gott dies alles trägt: Mit dem fürs Reformationsjubiläum geschriebenen Mottolied wie auch mit fetzigen Gospels begleitete der Neuwieder Chor „Sing on“ dieses Ritual und nahm die Gemeinde zum Klatschen und Mitsingen mit. Als kleinen Friedensboten bekamen die Besucher Papier und Faltanleitung für eine Origami-Taube (hier ist das Bastelvideo). Sie gaben aber auch großzügig: 1320 Euro Spenden für den Aufbau von Schulen in den syrischen Städten Aleppo und Qamischli, die das evangelische Gustav-Adolf-Werk unterstützt.

Für den Abend hatte der Evangelische Verein Heddesdorf das Gemeindehaus herbstlich bunt geschmückt. Rund 30 Salatspenden, auch von Syrern aus dem Café International, Spießbraten aus nachhaltiger Aufzucht, Wein und Bier sorgten auch im zweiten Teil des Abends für Vielfalt und Fülle. Zwischen der langen Schlange am Buffet, Bar und Speisesaal war Raum für vieles: überraschende Wiedersehen, entspannte Gespräche, kontroverse Positionen, unverblümtes Gefrotzel. Einige vertieften die Impulse der Reformation mit der Filmparodie „Ich fürchte nichts“ im Keller, andere betrachteten die Wanderausstellung „Gott mag die Ausländer“, mit der das Evangelische Bibelwerk Rheinland den Betrachtenden die christliche Tradition von Gastfreundschaft und Willkommenskultur nahebringt. Ein Fest der Fülle war dieser Reformationstag – von vielen gemeinsam gestaltet für ein Leben, in dem in der Nachfolge Christi Gott der Mittelpunkt ist.

Vorabend der Reformation - Aufbrüche und Vordenker in unserer Region

Am 31. Oktober sind 500 Jahre Reformation vollendet – doch was war eigentlich vorher? Welche Ideen, Persönlichkeiten haben hier in der Region der evangelischen Bewegung den Weg frei gemacht? Womit hatten sie konkret zu kämpfen? Dazu bietet der Kirchenkreis Wied eine vierteilige Seminarreihe an: „Aufbrüche und Vordenker in unserer Region“. Vom 26. Oktober bis 16. November stellen drei hochkarätige Referent*innen die reformatorischen Impulse und Erfolge von Nikolaus von Kues, Hermann von Wied und Caspar Olevian vor – jeweils donnerstags um 19:30 Uhr im Gemeindehaus der Marktkirche Neuwied. Zum Abschluss führt am 24. November eine Exkursion zum Geburtshaus von Nikolaus von Kues an die Mosel.

Anmeldung zur Mitfahrt ist erbeten unter Telefon 02631 23282. Die Pfarrer Oskar Greven, Tilmann Raithelhuber und Werner Zupp von Friedenskirchengemeinde und Marktkirche Neuwied organisieren die Seminarreihe in Kooperation mit dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Rheinland-Süd. Die Termine im Überblick

Eine interaktive pdf-Grafik zu neun Reformator*innen im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland können Sie hier herunterladen.

Mitreißendes Oratorium: 500 gingen mit Luther nach Worms

Reformation erleben: 500 Neuwieder standen bei der Aufführung des Oratoriums "Luther in Worms" am 29. Oktober 2017 mit Mönch Martin vor dem Reichstag in Worms,  wo er sich für seine Thesen gegenüber Papst und Kaiser rechtfertigt und zum Schluss schlicht sagt: "Ich stehe hier und kann nicht anders - Gott helfe mir." Die Wucht, die entwaffnende innere Einfachheit und die starren äußeren Bedingungen der Reformation vor 500 Jahren konnten 400 Zuhörer und 150 Musiker mit Haut und Haar mitfühlen. Sie würdigten die fünf Solisten, den Neuwieder Konzertchor, die Porzer Kantorei und das Sinfonieorchester Köln-Porz unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt mit standig ovations. Mehr Info zur zweiten Aufführung


„Martin Luther“ versammelt junge Stimmen und Familien um den Tisch

Eine beeindruckende Aufführung des Werdegangs von Martin Luther hat der Evangelische Kirchenkreis Wied am 11. Juni in Altwied gefeiert. Mutige Kinder, tatkräftige Eltern, Zusammenarbeit der Gemeinden und lauschiges Ambiente: Der Erfolg des Kinder-Singspiels und anschließenden Familienfests war in jeder Hinsicht ein Gemeinschaftswerk. Das Stück leitet in Schlüsselszenen durchs Leben Luthers und zeigt im Vergleich zwischen ihm und seinen Kindern, was seine Erkenntnisse hervorgebracht haben: die Freiheit selber zu denken in der eigenen Sprache – auch schon als Schulkind!

30 Stimmen aus den evangelischen Kinderchören Feldkirchen, Altwied und Heddesdorf wirkten so zusammen, dass jede einmal vorn im Rampenlicht stand – ob als Freund, Geschwister oder Kind des Reformators, Junker, Fischverkäuferin, Vater oder Ehefrau von Martin Luther. In der Titelrolle überzeugte Jette Dunker mit Ausstrahlung und Präsenz. Elf Musiker begleiteten die Sänger und Schauspieler in diesem Stück von Gerd-Peter Münden live. Ines Giegold dirigierte die Aufführung. >> weiterlesen

Luthermahl zelebriert kulturelle Vielfalt in Neuwied

Nikolaus Roth, Renate Schäning, Jochen Trauthig, Annik Gentner, Albrecht Bähr und Angelika Bahler-Schröder (v.l.n.r.)

Jeder Mensch ist irgendwo fremd, deswegen sind wir bei der aktiven Integration verschiedener Kulturen alle gefordert – das war der Tenor des ersten sozialpolitischen Luthermahls im Kirchenkreis Wied. Auf Einladung des Diakonischen Werks Neuwied, der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Oberbieber sowie der Kirchengemeinde Oberbieber kamen rund 80 Gäste zu einem Abendessen mit Tischreden zusammen.  >> weiterlesen

Wandervergnügen, viele Kontakte, Sonne den ganzen Tag: 350 Aktive waren bei der Eröffnung auf dem Reformationsweg unterwegs

Zum Auftakt der Wandersaison hat der Evangelische Kirchenkreis Wied am 30. April 2017 eine neue Wanderroute zwischen Wiedtal und Westerwald eröffnet. Der Reformationsweg mit der lila Markierung „Hermann von Wied“  führt vorbei an markanten Stationen, die in besonderer Weise mit der Reformation in der Region Rhein-Wied vor rund 500 Jahren zu tun hatten. Beim Familienwandertag waren rund 350 Wanderlustige unterwegs. >> weiterlesen

>> Wanderkarte zum Download

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Wir sind frei uns zu engagieren - für die, die unsere Hilfe brauchen

Christen treffen sich zu Vortrag und Diskussion über Freiheit

Am 15. März sind Christen aus dem Kirchenkreis Wied zusammengekommen, um sich mit den Wurzeln unseres heutigen Freiheitsverständnisses auseinanderzusetzen. Es ist nämlich die in der Reformation entdeckte Gnade Gottes, die uns zu Engagement, Großzügigkeit und Nächstenliebe befreit.

Referenten des Abends im Oberhonnefelder Gemeindehaus waren Dr. Ilka Werner, Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und ihr Mann Jörg Schmidt vom Reformierten Bund. „Die gesellschaftspolitische Dimension der Nächstenliebe verdanken wir der Reformation“, war Werners Ausgangsthese. Schmidts Fazit lautete: "Christus ist nicht gegen Mohammed gestorben, sondern für uns alle."

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Vergnügt, erlöst, befreit - mehr als 60 Veranstaltungen im Kirchenkreis feiern Reformation

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit": Unter diesem Motto feiert der Ev. Kirchenkreis Wied das Jubiläum von 500 Jahren Reformation seit der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen bis jetzt. Das Programm lässt von Oktober 2016 bis November 2017 mehr als 60 Veranstaltungen steigen - spirituelles Wandern auf dem neuen Reformationsweg, Jugendfestival für Smartphone-Kids, Tischreden in Luther-Manier, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, eine Predigtstafette, die durch den Kirchenkreis tourt, ein Gottesdienst am Deich. Wir laden ein, die evangelische Gemeinschaft dabei (neu) kennenzulernen und mitzugestalten!

Hier ist das komplette Programm zum Download (pdf).

 

 

Was heißt denn das - "vergnügt, erlöst, befreit"?

Detlef Kowalski
Joline Marmé
Sabine Paganetti

 

Kulturgeragogin Sabine Paganetti ist "vergnügt, weil Musik über alle Grenzen hinweg verbindet". Sie führt mit Kinderchören unterschiedlicher Konfessionen am 11. Juni 2017 das Singspiel "Luther" in Altwied auf.

Joline Marmé weiß, dass Gott jeden Menschen immer begleitet. "Das erlöst mich, wenn ich mich alleine fühle", sagt die Schülerin aus dem Vorbereitungsteam des Jugendreformationsfestivals am 26./27. August 2017 im Naturschwimmbad Ellingen.

"Ich bin frei, mich verändern und in die Dinge der Welt hineinknien zu können", erklärt Synodalassessor Detlef Kowalski das Motto. Er hat den Streckenverlauf des Reformationswegs mit entwickelt und getestet.

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit" ist ein Zitat aus einem Psalm des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch. Es ist auch das Jubiläumsmotto der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland.