Was kommt



Luthermahl zelebriert kulturelle Vielfalt in Neuwied

Nikolaus Roth, Renate Schäning, Jochen Trauthig, Annik Gentner, Albrecht Bähr und Angelika Bahler-Schröder (v.l.n.r.)

Jeder Mensch ist irgendwo fremd, deswegen sind wir bei der aktiven Integration verschiedener Kulturen alle gefordert – das war der Tenor des ersten sozialpolitischen Luthermahls im Kirchenkreis Wied. Auf Einladung des Diakonischen Werks Neuwied, der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Oberbieber sowie der Ev. Kirchengemeinde Oberbieber kamen rund 80 Gäste zu einem Abendessen mit Tischreden in Neuwied-Oberbieber zusammen.

Die Küche der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Oberbieber servierte ein dreigängiges Menü mit Spezialitäten aus Afrika, dem Orient und Deutschland. Vor jedem Gang hörten die Gäste eine Rede mit politischen Fokus:

Tischredner sprechen aktuell brisante Themen an

Annik Gentner, die sich als Französin selbst in Deutschland integrieren musste und im Welcome Café an der Marktkirche aktiv ist, berichtete sehr persönlich von Arbeitsaufenthalten in Afrika und im Nahen Osten. „Wir müssen alles tun für den Spracherwerb“, ist ihre dringliche Forderung. Gerade bei älteren Migranten brauche das Lernen viel Zeit. Es bedürfe im Bestfall einer Eins-zu-Eins-Begleitung durch Ehrenamtliche und außerdem mehr Angebote von Firmen und Betrieben, bei denen Geflüchtete ihr Deutsch an einem Arbeitsplatz praxisnah verbessern können.

Es gibt keinen Fremden, der nicht dazugehört

Oberbürgermeister Nikolaus Roth erinnerte daran, dass Neuwied in der Tradition des Toleranzedikts eine weltoffene Stadt ist und bleibe. Als dritter holte Albrecht Bähr, Diakonie-Sprecher von Rheinland-Pfalz, den Zuhörern sehr profiliert den Auftrag als christliche Kirche vor Augen: „Achte den Fremdling nicht gering!“, zitierte er aus dem 5. Buch Mose. Das biblische Volk Israel habe sich in Ägypten selbst als fremd erfahren. Übersetzt ins Heute bedeute das: Es gibt keinen Fremden, der nicht dazugehört. „Er ist wie du.“

So hatten die Gastgeber - Renate Schäning, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Neuwied, und die Geschäftsführerin der Kinder- und Jugendhilfe Oberbieber, Angelika Bahler-Schröder, sowie Gemeindepfarrer Jochen Trauthig - auch für Durchmischung und Austausch unter den Gästen gesorgt: Vertreter verschiedener Parteien, Konfessionen und Herkunftsländer saßen an je einem der zehn Tische zusammen. Pianistin Beate Kühlwein untermalte die Gespräche mit Rennaissance-Musik. „Wir verbinden mit unserem Beitrag zum Reformationsjubiläum Gastlichkeit, Dialog und ein aktuell brisantes Thema. Das Konzept des Luthermahls ist voll aufgegangen“, resümiert Schäning zufrieden.

>> Die nächsten Luthermahle finden am 18. Mai in Linz und am 12. Juni in Oberhonnefeld statt und widmen sich den Themen Armut und Lebensqualität auf dem Land.

Wandervergnügen, viele Kontakte, Sonne den ganzen Tag: 350 Aktive waren bei der Eröffnung auf dem Reformationsweg unterwegs

Mit der Reformation von der Wied in den Westerwald

Zum Auftakt der Wandersaison hat der Evangelische Kirchenkreis Wied am 30. April 2017 eine neue Wanderroute zwischen Wiedtal und Westerwald eröffnet. Der Reformationsweg mit der lila Markierung „Hermann von Wied“  führt vorbei an markanten Stationen, die in besonderer Weise mit der Reformation in der Region Rhein-Wied vor rund 500 Jahren zu tun hatten. Beim Familienwandertag waren rund 350 Wanderlustige unterwegs.

Die Andacht in der Ruine der Kreuzkirche leitete der Altwieder Pfarrer Heiko Ehrhardt. Im Rengsdorfer Kirchgarten ließen sich die Leute die Lauchsuppe schmecken oder nutzten das Wetter für ein Nickerchen im Gras. Das Team fünf Kilometer weiter an der Mittelheide-Hütte bei Kurtscheid hatte ein paar Bäume mit einem Achtung-Grenze-Schild markiert: Zu Zeiten der Reformation hätten Wanderer hier nämlich die reformierte Grafschaft verlassen und katholisches Gebiet betreten. Besonders auf das Kuchenangebot vor dem Abschlusssegen in Oberhonnefeld gab es großen Ansturm. 

Shuttlebusse von evangelischen Gemeinden waren zwischen 11 und 18 Uhr permanent im Einsatz, um Wanderer zurück zu ihrem Ausgangspunkt zu bringen. Sie trugen an diesem Tag Namen von Reformator*innen - Katharina von Bora, Argula von Grumbach oder Martin Bucer.

>> Wanderkarte zum Download

Wir sind frei uns zu engagieren - für die, die unsere Hilfe brauchen

Christen treffen sich zu Vortrag und Diskussion über Freiheit

Am 15. März sind Christen aus dem Kirchenkreis Wied zusammengekommen, um sich mit den Wurzeln unseres heutigen Freiheitsverständnisses auseinanderzusetzen. Es ist nämlich die in der Reformation entdeckte Gnade Gottes, die uns zu Engagement, Großzügigkeit und Nächstenliebe befreit.

Referenten des Abends im Oberhonnefelder Gemeindehaus waren Dr. Ilka Werner, Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und ihr Mann Jörg Schmidt vom Reformierten Bund. „Die gesellschaftspolitische Dimension der Nächstenliebe verdanken wir der Reformation“, war Werners Ausgangsthese. Schmidts Fazit lautete: "Christus ist nicht gegen Mohammed gestorben, sondern für uns alle."

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Vergnügt, erlöst, befreit - mehr als 60 Veranstaltungen im Kirchenkreis feiern Reformation

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit": Unter diesem Motto feiert der Ev. Kirchenkreis Wied das Jubiläum von 500 Jahren Reformation seit der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen bis jetzt. Das Programm lässt von Oktober 2016 bis November 2017 mehr als 60 Veranstaltungen steigen - spirituelles Wandern auf dem neuen Reformationsweg, Jugendfestival für Smartphone-Kids, Tischreden in Luther-Manier, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, eine Predigtstafette, die durch den Kirchenkreis tourt, ein Gottesdienst am Deich. Wir laden ein, die evangelische Gemeinschaft dabei (neu) kennenzulernen und mitzugestalten!

Hier ist das komplette Programm zum Download (pdf).

 

 

Was heißt denn das - "vergnügt, erlöst, befreit"?

Detlef Kowalski
Joline Marmé
Sabine Paganetti

 

Kulturgeragogin Sabine Paganetti ist "vergnügt, weil Musik über alle Grenzen hinweg verbindet". Sie führt mit Kinderchören unterschiedlicher Konfessionen am 11. Juni 2017 das Singspiel "Luther" in Altwied auf.

Joline Marmé weiß, dass Gott jeden Menschen immer begleitet. "Das erlöst mich, wenn ich mich alleine fühle", sagt die Schülerin aus dem Vorbereitungsteam des Jugendreformationsfestivals am 26./27. August 2017 im Naturschwimmbad Ellingen.

"Ich bin frei, mich verändern und in die Dinge der Welt hineinknien zu können", erklärt Synodalassessor Detlef Kowalski das Motto. Er hat den Streckenverlauf des Reformationswegs mit entwickelt und getestet.

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit" ist ein Zitat aus einem Psalm des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch. Es ist auch das Jubiläumsmotto der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland.